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Sex im Protestantismus

Sex im Protestantismus – die Wende im Christentum

Sex im ProtestantismusIm Protestantismus wurden die Begriffe Sex, Keuschheit und Reinheit neu ausgelegt. Die Irrtümer der Bibel und des bisherigen christlichen Glaubens sollten aufgehoben werden. Martin Luther – der theologische Urheber der Reformation – betrachtete die Bibelverse von einer anderen Perspektive und durchleuchtete unter anderem auch das Thema Sex in der Ehe. Die Bedeutung von Sex änderte sich mit der Entstehung des Protestantismus Anfang des 16. Jahrhunderts. Bis zu dieser Zeit wurde Keuschheit mit Reinheit gleichgestellt. Diese Aussage machte das Zölibat im christlichen Glauben unumgänglich. Schließlich durfte es keine unreinen Geistlichen geben. So wurde nach christlichem Glauben die sexuelle Enthaltsamkeit als verdienstvolle Leistung angesehen.


Aufhebung des Zölibats – Sex im Protestantismus

Der Protestantismus hat als Abzweigung des christlichen Glaubens auch die Bibel als Grundsatz. Sex dient der Fortpflanzung und wird ausschließlich in der Ehe akzeptiert. Nach Luthers Verständnis von Ehe waren nun aber Reinheit und Sex in der Ehe miteinander vereinbar. Seitdem wurde Reinheit nicht mehr mit Keuschheit gleichgesetzt, sondern mit der Ehe. Die Frau verlor in der Ehe zwar ihre Jungfräulichkeit, jedoch nicht ihre Reinheit. Die Ehe wurde im Protestantismus als Instrument der Reinigung gesehen. Somit entfiel die Grundvoraussetzung für das Zölibat und rechtfertigte dessen Aufhebung. Ein reiner Stand (die Geistlichen) können nicht durch eine reine Ordnung (die Ehe) verunreinigt werden [1]. Protestantische Geistliche dürfen demnach heirateten und auch Sex haben.


Beschneidung im Protestantismus – ja oder nein?

Beschneidung im ProtestantismusDurch Luther bildeten sich erst die verschiedenen Konfessionen, denn durch ihn kam es zur Spaltung der katholischen Kirche. Luther hatte nicht nur zum Thema Sex in der Ehe im Protestantismus eine andere Einstellung. Auch die Beschneidung bei Männern, die damals bei den Christen noch eine große Rolle spielte, hatte in seinen Augen nichts mit dem wahren Glauben zu tun. Somit wurde die Meinung vertreten, dass die Entfernung der Vorhaut lediglich aus gesundheitlichen und nicht aus religiösen Gründen durchgeführt werden sollte. „Ist jemand beschnitten berufen, der zeuge eine Vorhaut. Ist jemand berufen in der Vorhaut, der lasse sich nicht beschneiden.“2


Verhütung, Selbstbefriedigung und Sex im Protestantismus

Im Protestantismus wird generell mit dem Thema Sex offener umgegangen, als bei den Katholiken. So ist es jeder Frau selbst überlassen, wie und wann sie verhüten möchte. Die Frau darf sich aus freien Zügen für Kinder oder auch dagegen entscheiden. Etwas anders sieht es mit der Selbstbefriedigung aus, die allerdings in nahezu allen Religionen ein absolutes Tabu darstellt. So gilt auch im Protestantismus die Masturbation bei Mann und Frau als unrein und wird als Sünde empfunden. Jungen Gläubigen, die ihrem Trieb folgten, wurde auf diese Weise lange Zeit ein schlechtes Gewissen eingeredet. Im Zuge der Verweltlichung lässt sich die moderne Gesellschaft im Protestantismus beim Thema Sex und Masturbation zunehmend weniger bevormunden.


[2] Quelle „Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ S.67 Vers 18+19 von Max Weber

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