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Religion und Verhütung

Die Entwicklung von Verhütung in der Religion

Religion und VerhütungDie Geschichte der Verhütung in der Religion ist lang. Schon vor der Geburt Christi gab es Riten und Versuche, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Das beweist, dass die Menschen auch schon früher einfach nur Spaß am Sex haben wollten, ohne jedes Mal ein Kind zu zeugen, oder eben sich bei ungewolltem Sex vor einer Schwangerschaft schützen wollen. Kräuter, Algen, Gräser und Wurzeln wurden hier verwendet, sogar eine Art Kondom hat es bereits 1200 v. Chr. gegeben, gefertigt aus einer Ziegenblase. Im 6. Jahrhundert nach Untergang des römischen Reiches begann die Kirche, Tugendhaftigkeit zu fordern und nur noch an bestimmten Tagen der Woche Sex zu haben. Hier mischte sich die Religion das erste Mal in die Verhütung ein.  


Welche Religionen erlauben Verhütung?

Die orthodoxe Kirche akzeptiert heute die meisten Formen der Verhütung in ihrer Religion, nicht jedoch Abtreibungen. Im Protestantismus ist Verhütung heute erlaubt, was jedoch erst seit dem Jahr 1958 der Fall ist. Im Judentum gilt, dass bestimmte Arten der Verhütung zwar erlaubt sind, jedoch das Paar anstreben sollte, mindestens zwei Kinder zu zeugen. Im Islam ist laut Religion Verhütung unter bestimmten Umständen gestattet. Alle diese Religionen haben gemein, dass Sex nur in der Ehe stattfinden sollte. Die Erlaubnis zur Verhütung ist also beschränkt auf die Verhütung in der Ehe, denn anderweitiger Sex sollte gar nicht erst geschehen. Im Hinduismus ist den Paaren Verhütung gestattet, hier werden keine Eingrenzungen formuliert. Das gleiche gilt für den Buddhismus.


In welcher Religion ist Verhütung nicht gestattet?

In der Religion der römisch-katholischen Kirche ist die Verhütung nur durch Enthaltsamkeit, die Berechnung der fruchtbaren Tage usw. erlaubt, also alles, was die Empfängnis nicht aktiv verhütet. Alle andere Mittel zur Verhütung gelten in der Religion als Sünde. Die Einstellung der katholischen Kirche zur Verhütung ist heute sehr umstritten, die meisten Katholiken halten sich nicht an diese Vorschriften. Im Judentum darf der männliche Samen nicht aufgehalten werden. So ist in dieser Religion Verhütung legitim, die den Samen nicht am Mann beeinflusst, also zum Beispiel ein Diaphragma, die Pille oder die Spirale. Illegitim ist bei dieser Religion jegliche Verhütung mit Kondomen oder gar eine Vasektomie. Im Islam ist nur verboten, was eine Befruchtung nachhaltig unmöglich macht, also zum Beispiel die Sterilisation. Ansonsten ist nur nicht gestattet, was der Gesundheit schadet oder, wenn die Ehepartner nicht im Einvernehmen verhüten.


Einfluss der Religion auf Verhütung heute

Auch heute beeinflussen viele Religionen die Verhütung, wobei in den westlichen Ländern fast alle Paare verhüten. Vor allem, da die Lebensumstände sich über die Jahre stark geändert haben – die Mädchen haben immer früher Sex, erlernen einen Beruf, sind gleichberechtigt – ist ein Leben ohne Verhütung fast nicht mehr denkbar. Innerhalb der Religionsgemeinschaften hat jedoch die Religion nach wie vor viel zu sagen. In diesen Gemeinschaften gibt es noch mehr Jungfrauen und die Frauen wechseln seltener ihre Partner, da Sex vor der Ehe oder außerhalb der Ehe in der Regel nicht erlaubt ist. Ansonsten unterscheiden sich die Einflüsse auf die Verhütung je nach Religion. So verwenden statistisch gesehen Juden weniger Verhütungsmittel, um ihre „zwei-Kinder-Regel“ einzuhalten, im Islam wird die Verhütung deshalb weniger genutzt, weil nach der Tradition ein kinderreicher Haushalt immer noch am ehesten akzeptiert wird.  


Sonderregelungen der Religionen zur Verhütung

Bei der katholischen Kirche und auch bei anderen Religionen ist statt der Verhütung durchaus die sogenannte Empfängnisregelung erlaubt bzw. wird sie toleriert. Das bedeutet, dass zum Beispiel die symptothermale Methode genutzt werden darf, diese basiert auf Körperbeobachtungen und ermittelt die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. So wird nicht „direkt“ in den Prozess der Befruchtung eingegriffen, sondern es wird an den fruchtbaren Tagen einfach enthaltsam gelebt. Das ist sozusagen ein „Schlupfloch“, das sich viele Anhänger solcher Religionen bei der Verhütung zunutze machen. Die Katholiken erlauben auch eine anderweitige Verhütung, wenn besonders schwerwiegende Umstände vorliegen, beispielsweise eine Vergewaltigung.

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