Die Beschneidung beim Mann

Was ist die Beschneidung beim Mann?

Beschneidung MannIm Judentum ist die Beschneidung beim Mann nach wie vor üblich. Sie gilt als eines der wichtigsten Gebote des Judentums und wird hier, soweit gesundheitlich möglich, am 8. Tag nach der Geburt des Jungen durchgeführt. Auch im Islam ist eine Beschneidung beim Mann nicht selten, jedoch nicht ganz so häufig wie im Judentum. Unter einer Beschneidung beim Mann versteht man, dass ein Teil oder die ganze Vorhaut am Penis operativ entfernt wird. Im Judentum dient die männliche Beschneidung dazu, den Bund zwischen dem Jungen und Gott und damit auch den Juden und Gott zu symbolisieren. Bei den Moslems werden die Männer aus Gründen der Reinheit beschnitten, außerdem gehört die Beschneidung beim Mann zu den „fünf natürlichen Handlungen“, die der Gesandte Allahs bekannt gab. Bei beiden Religionen ist die Beschneidung mit einem großen Fest verbunden, sie ist ein offizieller Anlass, zu dem Freunde und Verwandte eingeladen werden, um diesen Akt zu feiern.


Tradition der Beschneidung beim Mann

Es gibt verschiedene Rituale im Judentum und im Islam, wo und nach welchen Regeln die Beschneidung beim Mann geschieht. Im Judentum wird der Säugling bereits am 8. Tag nach der Geburt beschnitten, dabei hat die Beschneidung Vorrang vor allen anderen religiösen Regelungen. Sie geschieht meist im Krankenhaus oder in einer Synagoge. Es müssen bei der Beschneidung beim Mann mindestens zehn jüdische Männer als Gemeindevertreter anwesend sein. Die Operation selbst wird von einem sogenannten Mohel durchgeführt, einem medizinischen Religiösen. Der ganze Ablauf geschieht nach strenger Tradition.  Im Islam wird die Beschneidung am besten am 7. im Leben des Jungen durchgeführt, spätestens aber bis zur Geschlechtsreife, also bis zum 13. Lebensjahr. Ist dieses Alter überschritten, muss keine Beschneidung beim Mann mehr vorgenommen werden, wird aber nach wie vor empfohlen. Am Tag der Beschneidung werden traditionell zwei Schafe geschlachtet, deren Fleisch an Arme und Verwandte verteilt wird. Die Haare des Säuglings werden abrasiert, gewogen und diese Menge wird in Silber als Almosen gespendet. Bei den Türken und turkmenischen Völkern wird die Beschneidung beim Mann inzwischen erst kurz vor der Geschlechtsreife durchgeführt.

 

 Vor- und Nachteile der Beschneidung beim Mann

Die Beschneidung beim Mann hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Als Vorteil gilt, dass beschnittene Männer sich weniger häufig mit AIDS infizieren und generell eine bessere Intimhygiene vorweisen. Dadurch, dass Männer durch die Beschneidung am Penis weniger empfindlich sind, gelten sie als „standhafter“ beim Sex, während die generelle Potenz und Erregbarkeit aber nicht gefährdet werden. Das Risiko an einer Harnwegsinfektion oder an Peniskrebs zu erkranken sinkt nach der Beschneidung beim Mann. Die geringere Empfindlichkeit des Penis kann sich jedoch auch nachteilig auswirken, denn die normalen sexuellen Mechanismen sind gestört und die sonst empfindliche Eichel wird robuster. Beim Sex oder bei der Masturbation kommt es zu einer permanenten Reibung am Glied, sodass häufig Gleitmittel nötig sind. Natürlich kann es auch während der Operation bei der Beschneidung beim Mann zu Komplikationen kommen.   


Beschneidung beim Mann – Religion und Medizin

Beschneidung beim MannDie Meinungen zum Thema Beschneidungen beim Mann gehen auseinander. Aus medizinischer Sicht ist eine Beschneidung nur selten wirklich sinnvoll und ansonsten ein unnötiger Eingriff. Aus religiöser Sicht jedoch hat die Beschneidung tiefgreifende traditionelle Gründe, bei denen man nicht von Vernunft sprechen kann, sondern diese Einstellung als Regeln des Glaubens akzeptieren muss. Derzeit gilt die Beschneidung bei Jungen als Straftat, wobei dem entgegen das Menschenrecht zur Religionsfreiheit steht. Daher sind Beschneidungen aus religiösen Gründen noch erlaubt, solange sie von ausgebildeten Kräften durchgeführt werden. Das hat auch den Grund, dass bei einem Verbot befürchtet wird, dass die Beschneidungen trotzdem „im stillen Kämmerlein“ durchgeführt werden würde, was wesentlich mehr Komplikationen zur Folge hätte. Eingeschränkt ist diese Erlaubnis auf die ersten sechs Monate nach der Geburt.